Halbinsel Hela

Putziger und Danziger Heisternest

Putziger und Danziger Heisternest (polnisch heute: Jastarnia)

Heisternest MoleDas heutige Heisternest ging aus den beiden Ortschaften Putziger Heisternest, das von kaschubischen Katholiken bewohnt wurde, und Danziger Heisternest, in dem einst die deutschsprachigen Protestanten lebten, hervor.

Putziger Heisternest wurde bereits um 1400 als Heisternest im „Danziger Komthureibuch“ genannt. Zu erwähnen ist die katholische Kirche von Putziger Heisternest, die der Versammlungsort für die gesamte katholische Bevölkerung der Halbinsel war. Gegründet wurde sie 1766, ein erster Geistlicher wurde aber erst 1795 eingestellt.

Heisternest LeuchtturmDanziger Heisternest wurde erst Ende des 16. Jahrhunderts vom Danziger Magistrat angelegt. Zunächst nur mit protestantischen deutschsprachigen Fischern besiedelt, bewohnten auf Grund der Nähe zu Putziger Heisternest und der schwierigen Verbindung zu dem weiter entfernten Hela, bald mehr und mehr kaschubische Katholiken den Ort. Dies führte dazu, dass seit Beginn des 18. Jahrhunderts immer mehr deutschsprachige Protestanten zum katholischen Glauben übertraten und auch ihre Sprache langsam wechselten.

Fischerhütte JastarniaZwischen den beiden ursprünglichen Orten lag zwischen 1772 und 1793 die Grenze von Preußen und der freien Stadt Danzig. Putziger Heisternest gehörte zum Königreich Preußen während Danziger Heisternest unter Verwaltung Danzigs stand. Mit der zweiten Teilung Polens 1793 endete diese besondere Situation und Danzig, samt Heisternest und der Stadt Hela, wurden Teil Preußens.

 

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Kußfeld

Kußfeld (kaschubisch: Kusfeld, polnisch: Kuznica)

Kußfeld KircheKussfeld StrandDie kaschubische Ortschaft Kußfeld befindet sich an einem der engsten Abschnitte der Halbinsel. Der Landstreifen zwischen der offenen Ostsee und der Danziger Bucht ist hier teilweise kaum 200 m breit.

Eine erste Erwähnung des Ortes gibt es im 17. Jahrhundert über die Entstehung ist jedoch nichts bekannt.

Nahe Kußfeld liegt die mit 12,5 Metern höchste Düne der Halbinsel mit Namen Lübecksberg. Der Name geht wahrscheinlich auf das Schiff "Lübeck" zurück, das hier im 17. Jahrhundert auf eine Sandbank auffuhr und sank.

 

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Großendorf

Großendorf mit Halbinsel im HintergrundGroßendorf (kaschubisch: Wiolgo Wies, polnisch: Wladyslawowo)

Die erste Erwähnung Großendorfs geht ins frühe Mittelalter zurück. Bereits im 13. Jahrhundert wurde der kaschubische Name Wielka Wies in Unterlagen der Fischereiwirtschaft genannt. Der deutsche Name Großendorf fand erstmals zu Beginn des 15. Jahrhunderts Erwähnung.

Die heutige polnische Bezeichnung Wladyslawow beruht auf dem Namen des 1938 errichteten Fischereihafens, der nach König Władysław IV. Wasa benannt wurde. Durch Zusammenlegung der drei Gemeinden Wielka Wies (Großendorf), Hallerowo und der Hafensiedlung Wladyslawowo entstand 1952 die Gemeinde Wladyslawowo.

 

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Ceynowa

Ceynowa (1942-1945 Ziegenhagen, polnisch: Chalupy)

CeynowaDas kleine kaschubische Dorf Ceynowa soll erstmals 1635 erwähnt worden sein. Die Sage berichtet, dass drei Brüder sich drei Katen gebaut haben und das Dorf „Drei Katen“, in kaschubischer Sprache „Chluza“, nannten. Als sie sich vermehrten und das Dorf an Größe gewann nannten sie sich Ceynowen und ihr Dorf Ceynowa.

Zwei Karten aus dem 18. Jahrhundert aus der Stadtbibliothek Danzigs zeigen an der Stelle Ceynowas eine Befestigungsanlage mit dem Namen „Casimirusschanz“.

Mit Öffnung Polens 1990 entwickelte sich der kleine Fischerort langsam zu einem beliebten Ferienort.

 

Ceynowa StrandTraurige Berühmtheit erreichte Ceynowa 1836. Ein als "Quacksalber und Wunderdoktor" umherziehender Händler sah sich durch eine ältere Witwe bedroht, die seine "Heilkraft" anzweifelte. Er überzeugte die leichtgläubige Dorfbevölkerung davon, dass diese alleine lebende Frau eine Hexe sei und sie der Wasserprüfung unterzogen werden müsse. Schließlich starb sie an Entkräftung. Zu diesem Geschehen muss allerdings hinzugefügt werden, dass es sich um keinen offiziellen "Hexenprozess" gehandelt hat. Vielmehr sind der fahrende Händler und einige Männer aus dem Ort, die ihm geholfen hatten, später selber vor Gericht gestellt und zu langen Zuchthausstrafen verurteilt worden.

 

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Übersicht

Auf der ca. 34 km langen Halbinsel Hela befinden sich heute sechs Ortschaften, auf die hier im Kurzen eingegangen werden soll.

Halbinsel HelaEingangs der Halbinsel, größtenteils noch auf dem Festland, liegt der Ort Großendorf (Wladyslawowo). Es folgen Ceynowa (Chalupy), Kußfeld (Kuznica), Heisternest (Jastarnia) und Jurata. Den Abschluss, an der Spitze der Landzunge, bildet Hela (Hel), das auch der Halbinsel seinen Namen gab und in der Vergangenheit der einzige Ort auf der Halbinsel mit Stadtrechten war und die Geschichte der Halbinsel nachhaltig geprägt hat. Die Bewohner Helas lebten fast ausschließlich vom Fischfang während in den anderen Ortschaften auch etwas Landwirtschaft betrieben wurde.

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