Halbinsel Hela

Hela - Gedicht

Hela
Eveline Dächer


Ich setze mich auf den Deich
Meine Hand streicht gedankenverloren das Dünengras.
Scharf sind die Gräser,
Ich habe mich geschnitten.
Ich blute.
Das rote Blut tropft auf den Boden
Langsam rollt der Tropfen über den Stein
Und versickert im weißen Sand.
Er hinterlässt eine kleine Spur.
Hier an diesem Ort.
Für mich an einem heiligen Ort,
Denn hier ist mein Ursprung.
Hier, auf dieser Insel,
Hier an diesem Ort.
Nun netzt mein Blut diesen mir heiligen Boden.
Es mischt sich bestimmt irgendwo
Mit dem Blut meiner Ahnen"
Den CEYNOWA's
Es tropft immer noch.
Ich stehe auf,
gehe die paar Meter zum Wasser.
Eine Welle erwischt mich.
Umspült meine Sandalen, meine Füße.
Ich will mir das Blut abwaschen,
Bücke mich,
Strecke die Hand aus
Sehe für den Bruchteil einer Sekunde
Mein Gesicht im Wasser,
mein Spiegelbild.
Die nächste Welle rollt es auf,
Trägt es ins Meer.
Das Salzwasser brennt in der Wunde
Ich stecke automatisch den Finger in den Mund,
Schmecke Blut und Salz und Wasser
Schmecke mich, meinen Ursprung
Ich bin zurück.