Halbinsel Hela

Gedicht von Alt-Hela

Verschwundenes und verwunschenes Alt-Hela

Alt-Hela

Dichter unbekannt


Hier hast Du einst gestanden,
Du längst versunkene Stadt,
Die da in fernen Landen
Einst Klang und Name hatt‘!


Der Wald weist mir die Wege
Durch Moos und Heidekraut.
Kein Lüftchen ist heut‘ rege,
Verstummt fast jeder Laut

Ich nahe Dir in Schweigen,
Zog’s mich doch längst zu Dir.
Willst Du Dich endlich zeigen!
Alt-Hela! Zeig Dich mir!

Laß auf den Grund mich schauen,
Den tiefen Meeresgrund,
Die Kirche der Liebfrauen,
Die an der Stelle stund!

Laß Deine Glocken klingen
Noch einmal, Gotteshaus,
Daß sie mir Kunde bringen,
Wann Hela’s Glanz war aus!

Laß Deine Wellen sprechen
Noch einmal, stille See,
Daß sie den Zauber brechen
Und all Dein Leid und Weh!

Vergebens ist mein Lauschen!
Alt-Hela, es entschwand.-
Fern nur des Meeres Rauschen
Hart an dem Außenstrand.

Nur Stein und Schutt und Trümmer
Und weißer Dünensand
Zeigen die Stelle immer,
Wo einst Alt-Hela stand.

Der Kiefern kurz Geäste
Und dürftig Heidekraut
Bedeckt und schützt die Reste,
Vom Morgenwind betaut.

Doch zieht des Sturmwinds Klagen
Heran in dunkler Nacht,
Dann kündet er die Sagen
Uns von Alt-Hela’s Pracht.

Dann steigen auf die Trümmer
Gespenstisch, hoch und hehr,
Der Mond gießt seinen Schimmer
Aufs bleiche Häusermeer!

Zu den „Liebfrauen“ ziehen,
Die Bürger zum Gebet,
Bis an dem Tag, dem frühen
Der ganze Spuk vergeht!

Vorbei sind Sang und Sagen
Und all‘ die Herrlichkeit
Aus Hela’s Blütetagen!
- Das Volk glaubt dran noch heut‘!